ZeroWaste Switzerland startet eine Kampagne: Der beste Abfall ist jener, den es nicht gibt!

Cottens, 12. Januar 2016

Die Fakten In der Schweiz fallen pro Jahr und Einwohner total 730 kg Abfall an, 339 kg davon können nicht wiederverwertet werden.

Fast die Hälfte unserer Abfälle landet also in der Verbrennungsanlage, während die andere Hälfte getrennt und danach rezykliert wird (Quelle: Bundesamtes für Umwelt BAFU, 2014).*

Die Verarbeitung der Abfälle erzeugt Luftschadstoffe und ist für die Öffentlichkeit kostenintensiv.

Der Verein ZeroWaste Switzerland wurde von Natalie, Julie und Janine gegründet. Allen dreien liegt ein Leben ohne Abfall, nicht zuletzt durch die Entdeckung des ZeroWaste-Lifestyles, sehr am Herzen.

Seit Jahren stellen wir das Konsumverhalten unserer Gesellschaft in Frage und wir suchten nach einem Weg, die Schweizer Bevölkerung für das globale Abfallproblem zu sensibilisieren. Die überquellenden Abfallbehälter und die weltweite Entstehung der ZeroWaste Bewegung haben uns den Impuls gegeben, unsere Kräfte zu bündeln und den Verein ZeroWaste Switzerland zu gründen.

Der Verein möchte sensibilisieren, begleiten und durch konkrete Aktionen die Bevölkerung zu einer nachhaltigen Abfallreduktion motivieren:

  • Die 5R-Grundsätze (siehe unten) der ZeroWaste Bewegung in Konferenzen und Workshops bekanntmachen
  • Die Übergangsphase zu einem Leben ohne Abfall und einem bewussteren Konsum unterstützen
  • Durch Erfahrungsaustausch motivieren, das Konsumverhalten zu verändern
  • Eine aktive Mitwirkung und gegenseitige Unterstützung der Interessensgruppen fördern (Produzenten, Vereine, Unternehmen, Händler, Schulleitungen, Bürger)
  • Den Aufbau eines Netzes für Waren im Offenverkauf in der Schweiz fördern

Weitere Hinweise siehe www.zerowasteswitzerland.ch

Kontakt : Natalie Bino, 078 619 16 17 – e-mail: info@zerowasteswitzerland.ch

Die 5R-Grundsätze wurden von Bea Johnson, siehe auch den Blog Zero Waste Home, entwickelt und werden durch die folgenden englische Begriffe geprägt:

  • Refuse = alles Überflüssige ablehnen; z.B. Werbeprospekte, Gratismuster, Kassenquittungen, Plastiksäcke, Wegwerfbecher.
  • Reduce = auf das Notwendige reduzieren und Qualität vor Quantität bevorzugen. Ein paar Beispiele: öfter auf das Auto verzichten, Verpackungen beim Einkauf der Lebensmittel vermeiden, den Ausdruck der E-Mails reduzieren, etc.
  • Reuse = wiederverwenden: indem wir Einwegbehälter durch wiederverwendbare Alternativen ersetzen, indem wir Occasion-Angebote berücksichtigen (Behälter, Geräte), indem wir die Lebensdauer der Gegenstände durch Wiederverwenden verlängern oder indem wir beim Ersatz auf nachhaltige Materialien achten (Glas, Stoff, Metall).
  • Recycle = rezyklieren, was man nicht ablehnen, reduzieren oder wiederverwenden kann. Recycling ist nicht das wichtigste Ziel des ZeroWaste Lebensstils, sondern einer der letzten Grundsätze, der angewendet wird, sofern man bereits alles unternommen hat, um den Abfall zu vermeiden. Das Recycling ist nicht die ideale Lösung hinsichtlich der Umweltkrise.
  • Rot = den Rest kompostieren. Man kann Obst- und Gemüseschalen, Essensreste und andere organische Abfälle (Haare, Nägel und Hausstaub) kompostieren.

*Der Recycling-Anteil hat sich im Lauf der letzten 20 Jahre verdoppelt. Bereits heute wird mehr als die Hälfte des urbanen Abfalles getrennt gesammelt. Dieser grosse Anstieg ist nicht zuletzt auf die Einführung der Kehrichtsackgebühren in den 1990igern zurückzuführen. Mit dieser Gebühr wurde ein finanzieller Anreiz für die Abfalltrennung geschaffen. Gleichzeitig wurde eine grössere Anzahl einfach erreichbarer Sammelstellen zur Verfügung gestellt. Auch wenn in der Schweiz die Separatsammlung in einigen Gebieten Optimierungspotential aufweist, ist sie doch insgesamt bereits auf einem hohen Niveau. Trotz den erfreulichen Entwicklungen im Recycling-Bereich sollte aber nicht vergessen werden, dass die wirtschaftlichste Lösung in Bezug auf Energie und Ressourcen nur die Reduktion der anfallenden Abfallmenge sein kann (Quelle BAFU).