Cleanups: nicht nur Symptome bekämpfen

Die Schweiz hat ein Littering-Problem. Das beweist spätestens der Swiss Litter Report von Stop Plastic Pollution (STOPPP) und WWF. Dass unsere Strassen meist relativ sauber sind, verdanken wir vor allem unseren Stadt- und Gemeindearbeitern, die tagein, tagaus, oft mehrmals täglich hinter uns aufräumen. Das merkt jeder, der abseits deren Pfade spazieren geht oder frühmorgens, vor der Stadtreinigung unterwegs ist.

Das Litteringproblem rückts mehr und mehr in das Bewusstsein der Bevölkerung. Medien berichten darüber und Initiativen und Organisationen wie Trash Hero Switzerland organisieren Abfall-Sammel-Aktionen in der ganzen Schweiz. Seit einigen Jahren engagiert sich die Interessensgemeinschaft für eine Saubere Umwelt (IGSU) mit nationalen Clean-Up-Days gegen das Littering in der Schweiz. Während zwei Tagen versammeln sich in der ganzen Schweiz Gruppen, um gemeinsam Abfall aus der Umwelt zusammenzusammeln.

Aktionen wie der Cleanup-Day, aber auch kleinere Initiativen verdeutlichen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern wieviel Abfall auch in der Schweiz in der Umwelt landet. Aber: nicht nur der Abfall, der in der Umwelt landet ist problematisch. In der Schweiz produziert der Durchschnittsbürger rund 2 kg Abfall pro Tag – meist ohne einen Gedanken daran zu verschwenden. Wir sind überzeugt: Es ist zentral, dass die Einwohnerinnen und Einwohner der Schweiz beginnen, sich Gedanken über ihren Abfall zu machen, woher er kommt, was damit passiert, wieso wir soviel produzieren. So beginnen wir, achtsamer und bewusster zu konsumieren, weniger zu verschwenden. Und: davon sind wir überzeugt, so landet auch weniger Abfall in der Umwelt.

Ja, Cleanups sind wertvoll und wichtig. Sie machen unser Abfallproblem sichtbar. Das ist wichtig, aber nicht genug. Eine längerfristige Verbesserung erreichen wir, in dem wir den Teinehmerinnen und Teilnehmern der Cleanups (und der ganzen Bevölkerung) zeigen, wie jeder von uns im Alltag seinen Beitrag für eine sauberere und umweltfreundlichere Schweiz leisten kann. Schritt für Schritt, alle gemeinsam können wir so etwas verändern – bis wir eines Tages hoffentlich keine Cleanups mehr brauchen.

Autorin: Michelle Sandmeier, Vizepräsidentin von ZeroWaste Switzerland