Achtsam verschenken

Weihnachten naht, und schon bieten die Geschäfte wieder eine unfassbare Palette an Geschenkideen an.

Sie drängen sich uns an jeder Ecke mit bunten Dingen auf, die wir für unsere Partner, Kinder, Freunde, oder Haustiere (oder für wen auch immer) kaufen sollen. Die Marketing-Teams, scheint es, finden stets neue Wege, um uns die angeblich so vielfältigen Produkte ihrer Geschäfte anzudrehen. Es überrascht daher nicht, dass viele Menschen auf der Welle des „Kaufen, kaufen, kaufen!“ davontreiben, ohne sich Gedanken über die schockierende Abfallspur zu machen, die auch diese Saison für die kommenden Jahre hinterlassen wird.

Die Flut stoppen
Da jedes Jahr 8 Millionen Tonnen Kunststoff in unseren Ozeanen landen, ist dies vielleicht ein guter Zeitpunkt für uns, darüber nachzudenken, wie wir unseren Abfall reduzieren können. Das ist einfacher, als man denkt: Hast du nicht auch schon Kinder dabei beobachtet, wie sie sich an Weihnachten stundenlang eher mit dem Geschenkkarton vergnügen, als dass sie mit den so überaus ausgefallenen Spielzeugen und Gadgets spielen würden? Tatsächlich haben Kinder auch die besten Geschenkideen – haben nicht auch wir, als wir jünger waren, die Herzen unserer Eltern mit irgendwelchen Zeichnungen, handgemachten Karten und sonstigen Basteleien erwärmt? Und doch, wann hast du dir das letzte Mal die Zeit dafür genommen, etwas für jemanden herzustellen, oder dafür, einen Brief zu schreiben? In einer Welt, in der alle rund um die Uhr „beschäftigt“ sind, da wird unsere Zeit schnell zum wertvollsten Geschenk, das wir nicht nur anderen, sondern auch uns selbst machen können.

Die Freude am Geben
Wer weit weg von Familie und Freunden lebt weiss, dass es nicht immer einfach ist, Zeit mit ihnen zu verbringen – immerhin, würden wir ihnen nicht schon mit einem handgeschriebenen Brief, statt einer E-Karte, eine Riesenfreude machen? Einen Brief von Hand zu schreiben kostet vielleicht mehr Zeit, ist aber billiger – und es tut gut, mit der angemessenen Aufmerksamkeit einen Text zu Papier zu bringen und sich auf die schönste Handschrift zu konzentrieren. Das klingt doch sicher besser, als einen Online-Katalog mit unzähligen aufmerksamkeitsheischenden Anzeigen durchzublättern. Second-Hand-Läden bieten viele tolle Sachen an und helfen dabei, etwas Besonderes und Einzigartiges zu schenken.

Also, wir sollten in der nächsten Zeit nicht den Angeboten hinterherrennen, mit denen uns viele Marketing-Teams belästigen, und stattdessen (ganz ohne Feiertagsstress) wertvolle Geschenke selber herstellen. In der folgenden Box findet ihr dazu einige Geschenkideen.

Ideenbox:

  • Korb mit Süssigkeiten / Salzigem;
  • hausgemachte Geschenke wie Kerzen, Körperpeelings, Lippenbalsame oder alles, was essbar ist;
  • Einladung zu einem hausgemachten Abendessen;
  • Geschenksgutscheine, wie z.B. für ein Kleidungsstück, das ihr zusammen einkaufen geht, vorzugsweise in ethisch verantwortungsvollen Geschäften wie Changemaker und Claro;
  • Gutschein für: Filmabend, Museumsbesuch, Massage, Sportveranstaltung, Konzert, etc.;
  • Versprechen, für einen bestimmten Zeitraum das Geschirr zu spülen / einzukaufen / das Haus zu reinigen, etc.;
  • Tagesausflug oder gemeinsames Wochenende;
  • Mitgliedschaft in einem Sport- oder Hobbyverein, in der örtlichen Bibliothek oder einem Museum;
  • eine Schatzsuche oder ein anderes Ereignis für die ganze Familie und/oder für Freunde organisieren;
  • Kredit auf Online-Kreditbörsen wie Kiva.org, um in lokale Projekte auf der ganzen Welt investieren zu können;
  • Teilnahme an einem Kurs zur persönlichen Entwicklung, z.B. Yoga, Holzarbeit, Tango, Kalligraphie…. alles, was der Beschenkte schon länger machen wollte, oder was euch beiden Spass macht, …;
  • schliesslich bieten die Unverpackt-Läden (z.B. Abfüllerei und Basel Unverpackt in Basel) Möglichkeiten für abfallfreie Geschenke – warum nicht ein leeres Glas oder einen leeren Beutel mit Schokolade oder Nüssen füllen und verschenken?

Nützliche Links:

Autorin: Samina Ahmed