Tipps für eine umweltfreundlichere Nutzung des Internets

Wer seinen Abfall reduzieren will, kommt schnell auf die Idee, digital zu arbeiten: Online-Rechnungsstellung, Speicherung von Kochrezepten in einer Cloud, etc.

Man muss aber darauf achten, nicht zu übertreiben. Es ist uns weniger bewusst, aber unser digitales Leben hat auch grosse Auswirkungen auf die Umwelt. Da ist nicht nur der effektive Energieverbrauch, sondern auch die ‚graue Energie‘, die in unseren Geräten steckt (Verwendung von seltenen Erden, Herstellung, Transport, usw.).

Alle Dokumente in eine Cloud zu stellen, die Mail-Signatur mit einem Bild zu versehen, unnötige Newsletter zu abonnieren: all das kostet Energie. Es gibt aber Möglichkeiten, sich zu verbessern.

Tipps und Tricks

Für E-Mails:

  • Versenden von E-Mails im Textformat (12x weniger Datenvolumen).
  • Bei Mails im HTML-Format: Bilder und Stylesheets nicht einfügen, sondern dem Empfänger die Möglichkeit lassen, sie herunterzuladen.
  • Spamfilter konfigurieren.
  • Posteingang leeren – unnötige Nachrichten vom Server löschen (Papierkorb, gesendete Nachrichten usw.) und wichtige Nachrichten und Anhänge auf einer Festplatte speichern.
  • Newsletter abbestellen – Ja, alle, die man nie liest! Es gibt mehrere kostenlose Tools, die uns dabei helfen: z.B. unroll.me oder Cleanfox.
  • Mail-Service verwenden, der die Privatsphäre respektiert – Anbieter wie Protonmail oder Newmanity sammeln keine Daten für kommerzielle Zwecke.
  • Mailverkehr einschränken – Sich fragen, ob man eine Information mündlich übermitteln kann und wer diese Information wirklich braucht, bevor man eine Mail an das gesamte Büro sendet. Jeder Empfänger bedeutet zusätzlichen Stromverbrauch.
  • Einfache Signatur verwenden – Mail-Signaturen mit Bild vermeiden.
  • Weniger Anhänge versenden – stattdessen einen USB-Stick verwenden, der weniger Energie verbraucht als Anhänge. Falls es eine gemeinsame Ablage gibt, besser den Pfad für den Zugriff auf das Dokument versenden.

Für die Websuche:

Eine durchschnittliche Google-Suche verbraucht so viel Strom wie eine 100-W-Glühbirne, die für 1 Stunde eingeschaltet ist (dabei sind alle Geräte berücksichtigt, die laufen müssen, um eine Ergebnisseite zu generieren).

Wir müssen daher unsere Suche effizienter gestalten und einen geeigneten Browser verwenden. Die Leistung der unterschiedlichen Browser ist auf der Website www.vergleich.org/browser ersichtlich. Chrome und Firefox haben derzeit die beste Performance.

Heute werden täglich 269 Milliarden E-Mails (Non-Spam) über das Internet versendet. Wäre das Internet ein eigenständiges Land, es wäre der fünftgrösste Stromverbraucher der Welt.

Tipps, um die Suche effizienter zu gestalten:

  • Suchmaschinen möglichst vermeiden: direkt zur richtigen Webseite gehen – die Favoritenliste verwenden, um unnötige Suchanfragen zu vermeiden. Wenn man die URL der Website kennt, diese direkt in der Adressleiste vom Browser eingeben.
  • Eindeutige & spezifische Begriffe verwenden.
  • Anführungszeichen für Wörterkombinationen und genaue Sätze verwenden – Beispiel: um nach dem Verein ZeroWaste Switzerland zu suchen, „ZeroWaste Switzerland“ schreiben.
  • Suche verfeinern – das Zeichen „-“ verwenden, um Suchresultate einzuschränken à Beispiel: um nach Zero Waste ohne ZeroWaste Switzerland zu suchen, „Zero Waste“ -ZeroWaste Switzerland“ schreiben.
  • Abgrenzer verwenden – etwa Film:/ Musik:/ Dateityp:/ inurl:/ site:/ title: / allintitle:/ related:/ à Beispiel: um nach einem Film über Zero Waste zu suchen, „film:/ zero waste“ schreiben.
  • Erweiterte Suche von der Suchmaschine verwenden, um die Suchergebnisse zu verfeinern.
  • Nachhaltige Suchmaschinen bevorzugen – zum Beispiel Ecosia (pflanzt dank Werbeeinnahmen Bäume), Goodsearch (eine humanitäre Suchmaschine) oder Ecogine (spendet alle ihre Forschungseinnahmen an Umweltverbände).
  • Lang lebe das Schwarz! – die Bildschirmhelligkeit verringern und schwarze Suchmaschinen verwenden wie Blackle oder Ecofree, um den Stromverbrauch des Bildschirms zu reduzieren.
  • Werbung blockieren – Auch Internetwerbung verbraucht Energie: deshalb Werbeblocker wie Adblock oder Ghostery

Speicherung auf Servern:

  • Den Cloud-Speicher reduzieren – Sicherlich ist eine Cloud sehr praktisch, aber irgendwo auf der Welt speichert ein echter Server (und wahrscheinlich mehrere Server mit Kopien) die Informationen und verbraucht viel Energie für Strom und Serverkühlung (die Temperatur der Server soll konstant auf 20°C reguliert werden).

Für Computer:

  • Den Computer länger halten – 6 Jahre oder mehr.
  • Zertifizierte Produkte bevorzugen (insbesondere EPEAT).
  • Wenn möglich Second Hand kaufen, bspw. bei smiples.
  • Kaputte Geräte richtig entsorgen (Sammlung, Recycling, Wiederverwendung).
  • Einen schwarzen Bildschirmschoner verwenden.
  • Die Bildschirmhelligkeit reduzieren (schont die Batterie).
  • Eine Mehrfachsteckdose mit separatem Schalter für Peripheriegeräte nutzen.

Drucken:

Übermässiger Gebrauch von Tinte und Papier belastet die Umwelt. 14% der Ausdrucke werden nie gelesen, 25% werden innerhalb von 5 Minuten nach dem Druck weggeworfen. 38% des Druckvolumens werden durch E-Mails generiert.

In Europa verwenden wir 4x mehr Papier als der Weltdurchschnitt! 92% des Energieverbrauchs für Drucker entstehen im Standby-Modus.

Drucktipps:

  • Recyclingpapier verwenden – Das braucht 3x weniger Wasser und Energie, und verursacht 25x weniger chemische Belastungen. Jede Tonne Recyclingpapier rettet 17 Bäume, spart 26‘500 L Wasser und 4‘100 kWh.
  • Zertifizierte Produkte bevorzugen – zum Beispiel Blauer Engel, EPEAT für Hardware, FSC, (noch besser: Nachfüllsysteme für Toner und Tinten).
  • Ausdrucke in Auftrag geben.
  • Einen Druckerservice mieten (Kampf gegen programmierte Obsoleszenz).
  • Netzwerkdrucker verwenden anstelle von mehreren Einzelgeräten.
  • Multifunktionale Drucker installieren anstelle von mehreren Einzelgeräten.
  • Codes oder Badges verwenden, mit denen Mitarbeiter ihre Ausdrucke abholen müssen.
  • Im Entwurfsmodus drucken, beidseitig.
  • Schriften mit geringem Tintenverbrauch
  • Online-Inhalte für den Druck optimieren (Entfernung von Bannern mit Bildern, usw.)
  • Auditsoftware und Optimierungsvorkehrungen nutzen (Doxense WatchDoc).
  • Solide Druckfarben

Mobiltelefone und Tablets:

Tipps:

  • Die Bildschirmhelligkeit reduzieren (der Bildschirm braucht am meisten Strom).
  • Wi-Fi und Bluetooth deaktivieren, wenn man sie nicht benötigt (Stromverbrauch reduzieren).
  • Animierte Hintergrundbilder meiden.
  • Unnötige Apps schliessen.
  • App «Energiesparen» installieren.
  • Eine längere Akkulaufzeit fördern. Bei Lithium-Ionen-Akkus wird empfohlen, das Gerät regelmässig zu laden, um eine vollständige Ladung zu vermeiden, die die Alterung der Batterie beschleunigt. Darüber hinaus ist es ratsam, das Gerät nicht zu hohen Temperaturen auszusetzen (Gerät in direktem Sonnenlicht), um die Kapazität der Batterie zu schützen.
  • Push-Nachrichten unterdrücken – das Handy verbindet sich permanent mit verschiedenen Servern, um E-Mails, Facebook-Benachrichtigungen usw. abzurufen. Man kann diese Einstellungen ändern, sodass Server z.B. nur stündlich oder sogar manuell überprüft werden müssen. Dasselbe gilt für die Cloud. Klar ist, je weniger Daten man überträgt, desto länger hält das Akku.
  • Die Kamera sparsam verwenden, auch die HD verbraucht viel Energie.

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Quellen:

  • Umweltbilanz: Earth Overshoot Day, footprintnetwork.org
  • Globale Erwärmung: COP21
  • Bevölkerungswachstum – Wasser: pranasustainablewater.ch
  • Verschwinden der natürlichen Ressource: Living Planet, report 2016
  • Blut auf unseren Handys: enquête Action de Carême et Pain pour le prochain
  • Geplante Obsoleszen: Sendung von ABE (französisch)
  • Energiekosten: www.greenit.fr
  • Neue Trends: More Data, Less Energy – Maria van der Hoeven
  • Die Ziele der nachhaltigen Entwicklung (SDG): www.sdg.org
  • Global Reporting Initiative
  • Norme ISO 14040 : Ökobilanz
  • Ökobilanz: pre-sustainability.com, www.quantis-intl.com, www.codde.fr
  • Kreislaufwirtschaft : itopie.ch, cradletocradle, ecofina, jobEco
  • Abfall: International Telecommunication Union
  • Abfall in der Schweiz: Sendung TTC: „réparer c’est moins cher“
  • Abfall: Where are we in Africa?
  • Ecolabels : Epeat, ecoprofits, SwissClimate, Carbon Neutral
  • Software Ökodesign: Quick&Dirty Operating system
  • Open Source Software & Nachhaltigkeit: ll-dd.ch (auf Französisch)
  • Ecoconception Web: GTmetrix, ecoIndex.fr, webenergyarchive.com.ourssite.com
  • Arbeitsplatz, gute Praktiken: Microsoft Windows Forum
  • Drucken : ecofont
  • DataCenter : the green grid
  • Mobile Phones & Tablets : phonandroid.com, les impacts du smartphone
  • Fairphone : vimeo.com/107812653, www.fairphone.com
  • Die Wahl des Browsers: lesnumeriques.com/appli-logiciel (auf Französisch)