Circular Economy Switzerland

Circular Economy Switzerland – Romandie Launch – ein wichtiger Schritt in die Zero Waste Zukunft

Am 30. August 2019 gab die Schweizer Bewegung Circular Economy Switzerland (CES) in Lausanne den offiziellen Startschuss für eine Kreislaufwirtschaft in der Schweiz. Vertreter innovativer Start-ups, Impact Hubs sowie branchenübergreifende Akteure aus Politik, Wirtschaft und Forschung tauschten sich an dem Event aus. Damit setzt die Bewegung, welche Anfang Jahr in Basel lanciert wurde, einen weiteren Meilenstein für ein Umdenken und eine Transformation von einer linearen zu einer zirkulären Wirtschaft in der Schweiz.

Ein Denken und Agieren in Kreisläufen

Seit einigen Jahren gibt es in der Schweiz immer mehr kreative Projekte und frische Ideen im Bereich der Kreislaufwirtschaft. Natürliche Ressourcen sollen geschont und mit innovativen, lösungsorientierten Ansätzen eine zirkuläre Wirtschaft mit einer nachhaltigen Wertschöpfungskette gestaltet werden. ZeroWaste Switzerland unterstützt die Bestrebungen der Circular Economy Switzerland Bewegung, die einen wichtigen Schritt zur Abfallreduzierung in der Wirtschaft und Gesellschaft darstellt.

Das Prinzip der Kreislaufwirtschaft ist aber nicht zu verwechseln mit dem Recycling! Viele Jahre bedeutete Recycling die einzige Möglichkeit, die Umwelt zu schonen. Es stellt aber eigentlich ein Downcycling dar, da das Material nicht unendlich verwendet werden kann und immer weiter an Qualität verliert. Eine Wirtschaft in Kreisläufen hingegen zielt auf den Erhalt des Wertes eines Rohstoffes ab.

„We have to rethink our way to create” hebt Albert Kählin hervor, Gründer & CEO von EPEA Switzerland GmbH. Weltweit setzt sich Kälin für das Cradle-to-Cradle Prinzip (von der Wiege zur Wiege) ein und nennt die Herausforderungen und Chancen für eine Kreislaufwirtschaft:

  • die Schaffung von qualifizierten und lokalen Arbeitsplätzen
  • die Lebensdauer einer Ware zu verlängern
  • Einsparung von Wasser, Energie und Treibhausgasemissionen
  • deutliche Reduzierung von Abfall und Verschwendung.

Das Cradle-to-Cradle Produktionsverfahren und Wissen über die Rohstoffe ermöglicht den Firmen diese wiederzuverwerten und damit die negativen Auswirkungen auf die Umwelt auf ein Minimum zu reduzieren.

Share, Repair & Care

Konkrete Beispiele von Geschäftsmodellen von Unternehmen und Start-ups, die die Kreislaufwirtschaft bereits umsetzen, wie z.B. USM, Pfister, Elite  (Wiederverwertung von überschüssigen Materialien) oder Shareyoubicar und Share a Look (teilen und ausleihen), zeigen auf inspirierende Weise, wie sich wirtschaften in Kreisläufen umsetzen lässt.

Eine Sharing & Caring Economy bedeutet, den Rohstoffen und der Umwelt Sorge zu tragen und sie wertzuschätzen. Dinge, die man nicht täglich oder überhaupt nicht mehr braucht zu teilen oder weiterzugeben, anstatt neu zu kaufen oder zu entsorgen. „Caring“ bedeutet wiederverwerten und unterhalten, anstatt wegzuwerfen und zu verschwenden. Zahlreiche Möglichkeiten für Reparaturen bieten mittlerweile die sogenannten Repair-Cafés an, die vielerorts zu finden sind. Mit Unterstützung von Fachexperten werden dort beschädigte Gegenstände wieder in Stand gesetzt. Damit verlängert sich nicht nur die Lebensdauer eines Produktes, sondern auch Ressourcen und Geldbeutel werden geschont sowie Abfall vermieden.

Die Zukunft ist rund: Innovative Ansätze und Ideen für ressourcenschonendes Wirtschaften und Lösungen für eine kreislauffähige Schweiz sind gefragt!

Kreislaufdenken ist aber nicht nur auf Firmen beschränkt: Xander Kotvis, Gründer der Revolution Foundation, wendete dieses Modell für das DGTL Festival in Amsterdam an, das jährlich 45’000 Besucher anzieht. Er gewann den International Greener Festival Award für DGTL, das zum nachhaltigsten Festival der Welt erklärt wurde. “Revolution” testet und entwickelt alle Arten von zirkulären und regenerativen Systemen weiter. Das Festival wird z.B. mit erneuerbaren Energien (Wind & Solarenergie) betrieben, im Food Bereich wird aus geretteten Lebensmitteln gekocht und Sortierungs- und Sammelsysteme tragen nicht den Namen ‘Waste Management’, sondern ‘Ressource Management’ – denn genau darum geht es!