Ist Verzicht wirklich so schwierig? – und was wir dabei gewinnen

Zero Waste wird oft mit Verzicht gleichgesetzt. «Hast du denn noch warmes Wasser?», «Da kannst du dir ja gar nichts mehr gönnen.» und ähnliche Aussagen kennt wohl jeder, der versucht Zero Waste im eigenen Leben umzusetzen. Fest steht, dass ZeroWaste das Leben fundamental verändert und auch Verzicht beinhaltet. Die entscheidende Frage ist aber: Beeinträchtigt dieser Verzicht unser Leben – oder bereichert er es sogar?

Was macht dich glücklich ? Gerade die Einschränkungen während der Corona-Zeit bieten Gelegenheit, sich diese Frage zu stellen. Was fehlt? Den allermeisten wohl die sozialen Kontakte, die Bewegung, Neues zu entdecken. Diese aussergewöhnliche Lage ist eine Chance für Veränderung und vielleicht etwas mehr Verzicht im Alltag.

Sich Verzicht leisten

Wir leben in einer Wohlstandsgesellschaft und sind es gewohnt, dass wir uns Bedürfnisse erfüllen können. Mit einigen wenigen Klicks ist fast alles bestellt – und wird uns bequem nach Hause geliefert. In der Gewohnheit und Ungeduld geht unter, dass wir vielleicht gar nicht wissen, wofür oder wie lange wir das neue Ding brauchen. Und dass unsere privilegierte Lage uns auch erlaubt, verzichten zu KÖNNEN (ohne zu müssen).

Neue Gewohnheiten brauchen Zeit

Gewohnheiten zu verändern ist nicht einfach. Sie sind automatisierte Verhaltensmuster, die uns im Alltag Sicherheit und Struktur bieten. Wer sich traut, die eigenen Konsummuster zu verändern braucht Geduld, wird aber meist belohnt. Wichtig dabei: Eins nach dem anderen.

Als Einstieg beispielsweise der Vorsatz: Die nächsten drei Monate kaufe ich keine neuen Kleider. Was am Anfang als riesige Herausforderung erscheint, wird bald einfach, ja zur Erleichterung.

Befreit von unnötigem Ballast

Neue Gewohnheiten bringen teils unerwartete Nebenwirkungen mit sich. Plötzlich ist mehr Zeit und Musse vorhanden, Gespräche und Beziehungen verändern sich, sozialer Druck fällt ab, neue kreative Hobbies tauchen auf… (Das weisse T-Shirt mit dem Kaffeefleck, könnte ich eigentlich färben).

All unsere Ressourcen sind begrenzt. So bringt Verzicht am einen Ende meist mehr von anderem: Mehr Zeit, mehr Geld auf dem Konto am Ende es Monats, neue Möglichkeiten, sauberere Luft, neue Kontakte uvm.

Was dein Leben bereichert, ist individuell. Wo einige den Verzicht auf Make-up als riesige Erleichterung erleben, stellt er für andere eine richtige Belastung dar. Es lohnt sich, für sich ganz persönlich herauszufinden, was nötig und was unnötiger Ballast ist. So gestaltest du dein Leben selbstbestimmt und priorisierst, was für dich am Wichtigsten ist. Damit es dir gut geht.

Hier weitere Artikel und Tipps für weniger Abfall und Verschwendung lesen.