Die ZeroWaste Initiative: die 5R Methode

Source:
Zero Waste Home
Book by Bea Johnson

In der Schweiz zählt man 730 kg Abfall pro Jahr und Einwohner, wovon etwa mehr als die Hälfte, 339 kg in der Verbrennungsanlage endet und Luftschadstoffe produziert (Quelle: BAFU Bundesamt für Umweltschutz, 2014). Die andere Hälfte wird getrennt und wiederverwertet, das heisst bearbeitet und aufgewertet, um neue Gegenstände zu kreieren.

Durch ein Leben ohne Abfall, möchten wir über das Recycling-Konzept hinausgehen, mit dem Gedanken, dass der allerbeste Recycling-Abfall, jener ist, den es gar nicht gibt!

Das untenstehende beschriebene Prinzip der 5R, gibt Denkanstösse zu unserem Konsumverhalten und Anregungen zur Abfallreduktion, um so einen möglichst kleinen ökologischen Fussabdruck zu hinterlassen. Das Ziel ist nicht auf alles zu verzichten, sondern verantwortlicher zu werden, das Gesamtbild von unserem Konsumverhalten zu hinterfragen, um intelligenter zu konsumieren.

  • Refuse (verweigern, was wir nicht brauchen)

    Wir denken über unser Verhalten als Konsument ausserhalb unseres Wohnbereichs nach. Wir überlegen welche unnötigen Objekte in unser Leben eintreten und verweigern diese; vom Werbeprospekt zu den Gratismustern, über Kassenquittungen, Plastiksäcke und Wegwerfbecher. Die Idee ist nicht jemanden durch Verweigerung zu beleidigen, sondern über unsere indirekten Verhaltensmuster nachzudenken und die Nachfrage für Produkte zu verlangsamen, die uns belasten und im Weg stehen (zum Beispiel: Prospekt, den man gar nicht liest; Shampoo aus dem Hotel, das man nie benutzt, aber gern zu Hause lagert). Es ist klar, dass dieses Konzept nur mit Mithilfe eines kollektiven Engagements funktioniert.

  • Reduce (reduzieren, was wir nicht brauchen und was nicht verweigert werden kann)

    Wir sind an eine Konsumgesellschaft und den Überfluss gewöhnt. Wir bevorzugen Qualität vor Quantität. Wir überlegen uns, wie wir das Volumen unseres Konsums verringern können und halten uns an unseren wirklichen Bedarf sowie an die auf der Erde vorhandenen Ressourcen. Diese Etappe hat einen reellen Einfluss auf die aktuelle Wirtschaftskrise. Hier einige Denkanstösse und Herausforderungen: das Auto weniger benutzen, beim Einkaufen die Anzahl Lebensmittelverpackungen verringern und durch unverpackte Lebensmittel ersetzen, die Anzahl ausgedruckter E-Mails auf der Arbeit reduzieren, die Anzahl Haushaltsgeräte zu Hause reduzieren, usw.

  • Reuse (wiederverwenden, was wir konsumieren und was wir weder verweigern noch reduzieren können)

    Wir verlängern die Lebensdauer unserer Gegenstände indem wir sie wieder und wiederverwenden. Wir bevorzugen wiederverwendbare Behälter und Geräte, aus nachhaltigen Materialien (zum Beispiel: Glas, Stoff, Metall anstelle von Plastik). Wir bevorzugen ein kollektives Konsummodell, den Kauf von Occasionsmaterial und lassen die Gegenstände reparieren anstatt neue zu kaufen.

  • Recycle (recyceln, was wir nicht verweigern, reduzieren oder wiederverwenden können)

    Recycling ist nicht das wichtigste Ziel des ZeroWaste Lifestyles, es ist eine der letzten Etappen, wenn man schon alles versucht hat um Abfall zu vermeiden. Wenn man sich daran hält und das Meiste verweigert, reduziert und wiederverwendet, wird hoffentlich nicht mehr viel zum recyceln übrigbleiben. Vergessen wir nicht, dass Recycling nicht die ideale Lösung für die Umweltkrise ist. Recyceln heisst ein Gegenstand wird verändert, um einen neuen Gegenstand zu kreieren. Aber diese Änderung hat einen ökologischen Preis und die richtige Arbeitsweise hängt von verschiedenen Faktoren ab.

  • Rot (den Rest kompostieren)

    Wir denken daran, Obst- und Gemüseschalen, Essensreste und andere organische Abfälle zu kompostieren. Diese zersetzen sich auf natürliche Weise und geben der Erde die Nährstoffe wieder.