Der Supermarkt im Zero Waste-Modus

Der Supermarkt im Zero Waste-Modus

oder wie man einkauft und dabei Abfall reduziert.

In der Schweiz geht ein grosser Teil der Bevölkerung regelmässig in einen Supermarkt, um Lebensmittel einzukaufen. Für viele ist das die bequemste, nächstgelegene oder einfach die bekannteste Variante des Einkaufens. Das Angebot ist meist gross, die Aktionen attraktiv und die Werbung ist omnipräsent.

In Supermärkten wird meistens sehr viel Verpackung verwendet: Papier, Aluminium und vor allem Kunststoffe, selbst dann, wenn dies nicht unbedingt notwendig ist. Dieser Leitfaden ist eine Zusammenfassung praktischer Ratschläge, die eine Orientierung beim Einkaufen in Supermärkten erleichtern sollen, um die Abfallproduktion nachhaltig zu reduzieren.

Denken Sie an die 5 R’s: Ablehnen (Refuse), Reduzieren, Wiederverwenden (Reuse), Recyceln und schliesslich Kompostieren (Rot), um Ihre Einkäufe dahingehend zu steuern. Den Plastikbeutel oder die verpackten Müsterli kann man getrost ablehnen. Indem Sie eine Liste im Voraus erstellen, minimieren Sie die Versuchung spontaner und unnötiger Einkäufe.

Alternativen zum Supermarkt in Ihrer Nähe:
  • Der Markt am Samstag – oder auch unter der Woche
  • Bäckereien in der näheren Umgebung bieten Brot, Desserts und Croissants im Offenverkauf an. Sie geben Ihnen gerne alles direkt in Ihren Behälter oder in den Brotsack!
  • Der lokale Bioladen führt ein breites Sortiment – auch an Haushaltsartikeln
  • Umliegende Bauernhöfe bieten oft “self-pick”-Möglichkeiten im Sommer und Herbst, haben Hofläden oder einen Direktverkauf, wo man Obst, Gemüse, Eier, Milch, etc. kaufen kann.
  • Metzger bieten oft Würstchen, Trockenfleisch, manchmal sogar unverpackte Ravioli an, die in Supermärkten nicht zu finden sind.
  • Türkisch / Indisch / Italienisch / Tunesisch / Syrisch? Viele kleinere Lebensmittelgeschäfte in der Region bieten Lebensmittel und frisch gekochte Gerichte im Offenverkauf an.

Schritt für Schritt…

Bevor Sie zum Einkaufen in den Supermarkt aufbrechen, ist es sinnvoll, sich mit Ihrer Zero Waste – Ausrüstung auszustatten:

    • Einkaufsliste (elektronische Version, z.B. Wunderlist oder Bring!) oder auf wiederverwertetem Altpapier.
    • Unverzichtbare Behälter: Mehrwegbeutel (im Grosshandel oder auf food-wear.ch zu kaufen), Eierkartons, Behälter für flüssige oder nasse / empfindliche Produkte, Grossbeutel oder einen Korb, um alles hineinzustellen.
    • Eventuell Glasflaschen (einige Supermärkte bieten frisch gepressten Orangensaft vor Ort an).
    • Nehmen Sie immer ein paar zusätzliche Behälter oder Stoffbeutel mit, für die schönen Überraschungen!
Und los geht’s!

Zu Obst und Gemüse:

  • Obst und Gemüse – ein grosser Teil des Obstes und Gemüses ist in den Schweizer Supermärkten unverpackt erhältlich, da es nach Gewicht verkauft wird. Nur zu! Nehmen Sie Ihre Taschen und legen Sie Ihren Einkäufe nach dem Wiegen hinein (um das Gewicht der Tasche nicht zu bezahlen). Zwiebeln, Knoblauch, Kartoffeln, Karotten, Zucchini, Äpfel, Birnen, Pfirsiche, usw. gehören dazu.
  • Pilze und Nüsse aller Art sind in dieser Abteilung auch im Offenverkauf erhältlich. Sie können sie jedes Mal mit demselben Plastikbeutel wiegen, um das Gewicht des Glasbehälters oder Stoffbeutels nicht bezahlen zu müssen, oder Sie haben selbst einen sehr leichten Stoffbeutel mit dabei.
  • Einige Supermärkte bieten inzwischen aromatische Pflanzentriebe an, die in Papier verpackt sind.
  • Im Brotsortiment sind einige Produkte bereits vorverpackt.  Brötchen, Pizzas, Apfeltaschen und anderes im Sortiment wird aber auch einzeln im Offenverkauf angeboten. Verwenden Sie einfach eine transparente Tasche, einen Stoffbeutel oder ein Netz und zeigen Sie oder erwähnen Sie die Produkte an der Kasse, die Sie in Ihrer Tasche haben.
  • Eier

In einigen grossen Supermärkten werden Schweizer Bio-Eier im Offenverkauf angeboten, und es ist durchaus akzeptabel, jedes Mal die gleiche Box mitzunehmen. Geben Sie an der Kasse die Anzahl der entnommenen Eier an.

  • Die Käsetheke

An der Käsetheke steht man selten an – ausser an Samstagen. Es gibt dort eine grosse Auswahl an Käsesorten aus der Schweiz, Italien und Frankreich. Je nach Saison sind auch verschiedene Raclette- und Fonduemischungen erhältlich. Zeigen Sie Ihre wiederverwendbaren Behälter und fragen Sie nach dem Produkt, das Sie gerne kaufen möchten – die meisten Verkäufer finden es toll:  Dadurch muss nicht jeder Käse einzeln verpackt werden. Das Etikett wird einfach auf Ihr Behältnis geklebt.

Achtung: es kann sein, dass gewisse Behälter abgelehnt werden, wie Glasbehälter (Bruchgefahr) und unsaubere Behälter (aus hygienischen Gründen).

  • Fleisch- und Fisch

Hier gibt es eine grosse Auswahl an verschiedenen Fleisch-, Fisch- und Schalentierarten. Neben der Möglichkeit, unverpackt  und aus der Region zu kaufen, ist es möglich, das Stück und die gewünschte Menge sowie den Schnitt (filetiert, Stück, gehackt) auszuwählen. Mit einem geeigneten, gut verschliessbaren Behälter geht der Einkauf auch hier wunderbar!

In anderen Abteilungen kann es schwieriger sein, unverpackte Produkte zu finden.

Hier finden Sie Tipps, wie beim Einkauf von Milchprodukten, Getränken und Ölen, Trockenprodukten, etc.  mehr aufs Reduzieren von Abfall und der Verschwendung von Ressourcen geachtet werden kann (was nun nicht zu 100% « Zero Waste[1] » ist).

[1] Disclaimer: Dies ist nicht repräsentativ für einen Zero Waste – Lebensstil und wird vom Verein ZeroWaste Switzerland nicht unterstützt. Es handelt sich um einen Versuch, Menschen zu beraten, die regelmässig im Supermarkt einkaufen und sich neu am Zero Waste – Lifestyle orientieren.

  • Milchprodukte

Wählen Sie Produkte in Glasbehältern (z.B. Milch oder Joghurt), sowie Produkte, die in recycelbaren Behältern verpackt sind (z.B. Rahm).

  • Getränke

Wählen Sie Glasflaschen (unendlich recycelbar und in der Küche wiederverwendbar) statt Tetra-Pack-Behälter oder Kunststoffflaschen.

  • Teigwaren

Entscheiden Sie sich für Grossbehälter und Papierverpackungen (recycelbar) anstatt Kunststoffverpackungen.

  • Oele und Würzmittel

Ziehen Sie Glasflaschen Kunststoffflaschen (z.B. Öle, Essig, Gewürzbehälter) vor.

  • Konserven (Gurken, Oliven, Kichererbsenkonserven, usw.)

Glasgefässe wählen, z.B. bei Oliven – die Gläser sind wiederverwendbar für Ihre Confiture – und Metalldosen verwenden (recycelbar) statt Kunststoff, z.B. beim Kauf von Kichererbsen.

  • Exotische Produkte

Sie können anstelle der Tetra-Pack-Verpackung eine Dose (recycelbar) wählen, z.B. für Kokosmilch.

  • Gebäck und Schokolade

Produkte, die in Papier und Aluminium verpackt sind, vorziehen – die sind recycelbar.

  • Feinbackwaren

Papierverpackungen vorziehen, z.B. für Zucker und Grossverpackungen,  z.B. für Mehl und Trockenfrüchte –  Mini- und Einzelverpackungen vermeiden.

Sie können dem Ladenbesitzer gerne melden, wenn euch etwas stört oder was Sie sich wünschen würden. Viele sind offen für Anregungen und gehen gerne darauf ein. Wenn Kunden regelmässig Produktwünsche äussern und im Hinblick auf Zero Waste einkaufen, reagieren die Inhaber und werden entsprechende Änderung je nach ihren Möglichkeiten vornehmen.

Wir wünschen einen guten und inspirierenden Einkauf!