Abfälle in der Schweiz
In der Schweiz produziert jeder Einwohner pro Jahr fast 700 Kilogramm Abfall – mehr als doppelt so viel wie noch 1970! Davon sind 333 kg nicht verwertbar. Sie werden verbrannt, wodurch Luftschadstoffe entstehen. Zudem fallen nicht brennbare Rückstände (Schlacke) an, die deponiert werden müssen (Quelle: Bundesamt für Umwelt, 2022).
Die andere Hälfte, also etwa 365 Kilogramm, wird sortiert und anschließend recycelt, das heißt zu neuen Gegenständen verarbeitet (Quelle: Bundesamt für Umwelt, 2022). Dieser Kreislauf ist jedoch nicht unendlich und erfordert einen erheblichen Aufwand an Infrastruktur und Energie, insbesondere für den Transport und die Recyclingprozesse.
Die Kosten für diese Abfallverwertung und -bewirtschaftung sind mit etwa 3 Milliarden Franken pro Jahr enorm!
Hinter diesen Zahlen verbirgt sich jedoch eine nach wie vor zu hohe Verschwendung von Ressourcen. Fast ein Drittel der Haushaltsabfälle in der Schweiz sind noch immer organisch, obwohl sie anderweitig verwertet werden könnten (Stadt Morges, 2025). Jedes Jahr landen etwa 30 Prozent der gekauften Lebensmittel im Müll, ohne die Verluste zu berücksichtigen, die vor der Lebensmittelkette bei der Produktion oder beim Transport entstehen (Swissveg).
Hinzu kommen andere, weniger auffällige, aber ebenso besorgniserregende Formen der Verschwendung: Jedes Jahr werden hunderttausende Tonnen Kunststoff entsorgt, oft nach weniger als einem Monat Gebrauch (Jacques, 2020). In der Modebranche werden in einigen Ländern etwa 40 % der gekauften Kleidung nie getragen (Weltbank, 2023).
Doch dieser sichtbare Abfall ist nur die Spitze des Eisbergs. Hinter jedem Produkt verbirgt sich eine beträchtliche Menge „unsichtbaren” Abfalls, der während seines gesamten Lebenszyklus entsteht – von der Gewinnung der Rohstoffe über die Herstellung bis hin zum Transport und Vertrieb. Laut WWF (2024) würden wir, wenn alle Menschen so viel konsumieren würden wie ein durchschnittlicher Einwohner der Schweiz, das Äquivalent von 2,5 Planeten Erde benötigen, um unseren Bedarf zu decken.
Es ist daher dringend notwendig, unser Konsumverhalten zu überdenken und insbesondere unseren Abfall zu reduzieren sowie auf einen nachhaltigeren Lebensstil umzustellen. Jeder von uns kann einen Beitrag zum Schutz der Ressourcen und zur Verringerung unseres ökologischen Fussabdrucks leisten.
Die Zero Waste Methode
Das Zero-Waste-Prinzip regt zum Nachdenken über unser Konsumverhalten an und zeigt Wege auf, wie wir unseren Abfall reduzieren und somit unseren ökologischen Fußabdruck minimieren können. Béa Johnson hat dieses Prinzip populär gemacht. Es umfasst fünf Schritte (die 5R), die jeder von uns in seinem Alltag befolgen kann, um einen nachhaltigeren Lebensstil zu führen.
Dabei geht es nicht darum, sich etwas zu versagen, sondern Verantwortung zu übernehmen, unsere aktuellen Gewohnheiten zu hinterfragen und intelligent zu konsumieren.
Ablehnen
was wir nicht brauchen
Reduzieren
was wir nicht brauchen
und was nicht verweigert
werden kann
Wiederverwenden
was wir konsumieren und was wir weder verweigern noch reduzieren können
Kompostieren
den Rest kompostieren
Recyceln
was wir nicht verweigern, reduzieren oder wiederverwenden können
Weitere Informationen zum 5R-Prinzip finden Sie in unserem PDF-Dokument.
Dieses Prinzip gilt sowohl für den Einzelnen als auch in grösserem Massstab, beispielsweise in Unternehmen, Schulen oder Gemeinden.
Vorteile des Zero-Waste-Lebensstils
Ein Zero-Waste-Lebensstil hat viele Vorteile: Er reduziert den ökologischen Fußabdruck, spart Geld, ist gut für die Gesundheit und schont natürliche Ressourcen.
Möchten Sie mit Zero Waste beginnen? ZeroWaste Switzerland bietet Dienstleistungen für Unternehmen, Schulen, Gemeinden sowie für Privatpersonen und Vereine an. Schauen Sie sich unsere Rubriken „Aktiv werden” und „Unsere Werkzeuge” an und zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren!
Quellen
Zero Waste Home: Glücklich Leben Ohne Müll
Buch und Blog von Bea Johnson