ZeroWaste Switzerland taucht in das europäische Netzwerk ein
Vom 13. bis 15. Mai fand in Slowenien das Jahrestreffen der Mitgliedsverbände des Dachverbands Zero Waste Europe (ZWE) statt. Rund 60 Teilnehmende aus etwa 30 Ländern kamen zusammen.
Auf dem Programm standen die Vorstellung der europäischen Strategie sowie Diskussionen über die Entwicklung des politischen und rechtlichen Umfelds. Darüber hinaus wurden Erfahrungen aus anderen Ländern wie Slowenien, Griechenland, der Slowakei, der Ukraine, Portugal zu Kampagnen und lokalen Projekten ausgetauscht. Weitere Programmpunkte waren: Arbeitsgruppen zu den Themen Wiederverwendung, Lebensmittelverschwendung, Müllverbrennung und Umweltgerechtigkeit, Brainstormings zu von den Teilnehmenden eingebrachten Themen, Posterpräsentationen der einzelnen Länder und ein Ausflug nach Bled, einer Zero-Waste-Stadt.Und vor allem bot die Veranstaltung zahlreiche Gelegenheiten für den persönlichen Austausch und die Vernetzung.
Für ZeroWaste Switzerland, das sich bisher kaum an diesem europäischen Austausch beteiligt hatte, war dies eine Gelegenheit, die eigene Arbeitsweise mit anderen Modellen zu vergleichen, sich von erfolgreichen Ideen aus anderen Ländern inspirieren zu lassen und insbesondere die eigene Lobbyarbeit weiterzuentwickeln. Denn Themen wie Plastik, Textilien, Umweltverschmutzung oder Lebensmittelverschwendung machen nicht an Landesgrenzen halt.
Vielfalt der Zero-Waste-Bewegung in Europa
Zero Waste Europe wurde vor 20 Jahren gegründet und engagiert sich vor allem in der politischen Interessenvertretung. Die Organisation ist eng mit dem politischen Einsatz gegen Müllverbrennungsanlagen und deren Umweltbelastung verbunden. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit stehen Alternativen zur Müllverbrennung, und damit verbunden die 5R sowie die Kreislaufwirtschaft mit Themen wie Textilien, Wiederverwendung, Lebensmittelverschwendung. Die „DNA“ von ZeroWaste Switzerland ist eine andere. Die Organisation entstand inspiriert vom Ansatz der Zero-Waste-Pionierin Bea Johnson: Abfälle im Haushalt so weit zu reduzieren, dass am Ende nur noch ein einziges Einmachglas pro Jahr übrig bleibt (Bea Johnsons Website: Zero Waste Home).
Auf organische und natürliche Weise verändert sich dieser Ansatz derzeit und nähert sich jenem von ZWE an, das für nationale Verbände eine bedeutende Ressource darstellt. ZWE besteht aus einem Team von 22 Mitarbeitenden mit fundiertem Fachwissen zu allen Themen rund um die Abfallreduzierung.
Europäischer Austausch als Inspirationsquelle
Auch wenn sich die politisch-wirtschaftlichen und die kulturellen Rahmenbedingungen von Land zu Land stark unterscheiden, ist der Austausch zwischen den europäischen Ländern eine Quelle der Inspiration: ein Zero-Waste-Festival in den Niederlanden, Upcycling-Workshops für Kleidung in Estland, ein Vortrag von drei Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern von Zero-Waste-Städten in der Slowakei – Ideen, die zwar selten direkt umsetzbar sind, aber dennoch Denkanstöße für die eigenen Aktivitäten und Arbeitsweisen liefern.
Eine weltweite Bewegung
Auch die globale Perspektive kam an der Veranstaltung nicht zu kurz. Sie half dabei, einen Überblick zu gewinnen und das Ausmaß der Herausforderungen im weltweiten Kontext besser einzuschätzen, da Europa in erster Linie Ressourcen verbraucht und Abfall erzeugt, während ein Großteil der Produktion sowie auch des Recyclings in andere Weltregionen ausgelagert wird.
Ausblick
Die Teilnahme am Jahrestreffen hat unseren Entschluss bestärkt, die Rolle von ZeroWaste Switzerland als nationaler Akteur zur Förderung der Abfallreduzierung weiter auszubauen. Wir wollen den Austausch von Erfahrungen und die Weitergabe von Informationen stärken sowie Synergien bei groß angelegten Maßnahmen nutzen.
Die Herausforderungen sind so groß, dass wir sie nur bewältigen können, wenn wir die Kräfte von visionären Menschen, innovativen Projekten und engagierten Organisationen bündeln – in der Überzeugung, dass eine Welt, die sowohl wohlhabend als auch nachhaltig ist, möglich ist.
Mehr über die Arbeit von Zero Waste Europe erfahren Sie auf der Website der Organisation.