… und was man darüber wissen sollte.

 « Branntweinessig, Putzessig, Essigessenz, rot, aromatisiert, Tafelessig… sauer, korrosiv, entkalkend »

Fühlen Sie sich überfordert? Ich auch, also schauen wir uns das mal genauer an:

Essig ist eine Flüssigkeit, die Wasser, Essigsäure und Zucker enthält. Die Essigsäure (und andere) entsteht durch die Fermentierung von Alkohol durch Bakterien. Dies ist die Hauptzusammensetzung von Essig (darauf kommen wir später zurück).

Wir sprechen von Wein-, Apfel- oder Honigessig, wenn die Fermentierung der Bakterien mittels eines „natürlichen“ statt industriellen Alkohols vollzogen wird.

Bei Einsatz von pur industriellen Alkohol (zbsp. Ethanol, welcher aus der Zuckerrübe gewonnen wird) erhält man den Branntweinessig (farblos), auch Putz- oder Haushaltsessig genannt.

« Ist das gefährlich? »

Die im Handel erhältlichen Essige sind nicht wirklich gefährlich, denn der darin enthaltene Essigsäurengehalt ist niedriger als 10%. Tafelessig enthält etwa 5-8% Essigsäure. Schaut zum Beispiel die Etikette des Rotweinessigs, den ich zu Hause habe, genauer an: „Säuregehalt 60 g pro Liter“, d.h. 60 Gramm auf 1000 Gramm, also 6%!vinaigre_1

Bei „Essigessenz“ sollte man vorsichtig sein, denn sie ist ausreichend korrosiv, um Haut, Schleimhäute, Augen, usw. zu beschädigen. Daher wappnet Euch mit Schutzbrille und Säure resistente Handschuhe, wie ein waschechter Chemiker!

Besonders gefährlich wird es, wenn Essigsäure mit Javel-Wasser in Kontakt kommt : mischt diese beiden NIE, denn durch Mischung der beiden entsteht Dichlor, ein hochgiftiges Gas (in der Regel soll Javel- Wasser nie neben einem säurehaltigen Produkt stehen!)

 

 

„Was kann man mit Essig alles anstellen? »

Die im Essig enthaltene Säure ist mässig sauer (ja wirklich!), ganz im Gegensatz zu Chlor- oder Phosphorsäure. Das bedeutet, dass ihr keine sexy weisse Bluse und drei paar PVC-Handschuhe braucht, um mit Essig zu hantieren.

Die Säure verhindert die Entstehung basischer Komponente in Flüssigkeiten oder in solider Form, wie zum Beispiel Kalk (oder Kalziumkarbonat).

Diese einzigartige Reaktion können wir uns zunutze machen:

  • Essig als Weichspüler für die Waschmaschine, um das grau werden der Wäsche zu verhindern, denn es ist das kalkhaltige Wasser, dass nach einigen Wäschen zu diesen Grauablagerungen.
  • Essig zur Entkalkung von Lavabo, WC, Wasserkocher, Bügeleisen… gleiches Prinzip wie oben.
  • Essig als Haarspülung, um den pH-Wert der Haare nach dem Waschen wieder herzustellen. Unsere Haare mögen einen pH-Wert von etwa 5 und Wasser hat einen pH-Wert von etwa 7.5. Eine Essigspülung nach der Haarwäsche stellt den pH-Wert wieder her und macht die Haare leicht und glänzend.

« Und Fenster putzen? Auf den Fenstern hat es doch keinen Kalk… »

Oh ja, auch bei mir hat es Kleber-, Knete- und Essensreste sowie kleine Geschenke von Fliegen auf den Fenstern…

Essig ist mit seiner Säure immer nützlich, aber auf „Umwegen“: nehmen wir zum Beispiel einfach nur Wasser. Wasser kann Zucker auflösen und diesen wegputzen, aber es kann kein Öl reinigen, da Öl nicht wasserlöslich ist. Aber leicht essigsäurehaltiges Wasser kann kleine Ölmengen, Klebstoff und andere Flecken lösen. Wir wollen ja damit nicht gleich eine fettige Pfanne reinigen, seien wir vernünftig!

Und wofür benützen Sie Essig?

 

Mehr kleine nützliche Tipps :

Wenn das Cornichons-Glas leer ist, sieben Sie mit einem feinen Sieb die Gewürze aus dem Essig und geben Sie den Essig ins WC und lassen Sie es eine Weile einwirken.

Essig kann kleine Mengen von Fett lösen, d.h. es kann auch ätherische Öle lösen: lassen Sie die Schalen Ihrer Zitrusfrüchte in einem mit Essig gefüllten Gefäss ein paar Wochen ziehen, um den Essig für Ihren Gebrauch leicht zu parfümieren (natürlich vor Gebrauch die Schalen entfernen).

 

 

 

 

 

Beim nächsten Mal sprechen wir über Natron!

Autor:

Flavie